Nach 2 Jahren Pause ging es wieder auf eine Tour -
leider war uns der Wettergott nicht wohl gesonnen, aber dafür war die Strecke in großen Teilen super.
Während der Vorbereitung zu dieser Tour war es fast unerträglich heiß, jedoch pünktlich zum Tourstart gegen 11:30Uhr fing es zum Regnen an und so starten wir (Honda Transalp XV600 und BMW 650GS Dakar) die ersten 40km in teilweisen starken Regen. Der erste Teil des 1 Tage war für uns nur Anfahrt, mit fahrerischen Highlights rechneten wir erst am Axam (Kühtaisattel). Jedoch wurden wir überrascht, nachdem wir ab Wolfratshausen per Autobahn bis Garmisch Patenkirchen im Sonnenschein !! gefahren sind kam das erste Highlight schon mit der Strecke Klais - Mittenwald. Nachdem wir von einem freundlichen Einheimischen daraufhingewiesen worden sind, das wir doch die Verkehsschilder lesen sollte und das die Privatstraße hier nicht nach Mittenwald führt sondern eine Sackgasse ist, haben wir auch die richtige Straße gefunden.Auf dieser Straße begegnete uns kein einziges Auto was den Fahrspaß schon mal hebt und zum anderen ist hat sie schon diverse kleine Steigungen und enge Kurven was einen Vorgeschmack auf das gab was noch folgenden würde. In Mittenwald angekommen, hatten wir erstmal Probleme unsere Route weiterzuverfolgen denn auch hier wollten wir die Bundesstraße meiden und über eine kleine Straße nach Seefeld in Tirol gelangen.
Der Weg über Leutasch ist weit reizvoller und führt über eine wunderschöne Landesstraße, welche uns durch das 16km lange Tal führte. In Seefeld hieß es erstmal Abschied nehmen von ruhigen Straßen und rauf auf die stark freqeuntiere Bundesstraße nach Zirl, Axams - Kematen. Am Melachbach entlang steigt die Trasse leicht an Richtung des ersten Paß "Kühtaisattel" für heute. Nacheiner Stärkung in Gries am Sellrain verdunkelt sich leider wieder der Himmel und so neben wir den Sattel von Osten in Angriff. Der Verlauf der Straße folgend gibt es Steigungsstücke bis 16% was ein kräftiges drehen am Gasgriff fordert und uns durch Gallerien und Kurven der Gipfelregion näher bringt. Leider hat man von oben keinen schönen Ausblick, sondern man sieht nur ein Hotel neben den anderen. Die 17km lange Abfahrt nach Oetz über zahlreiche Kurven, Kehren, Weidenroste forderte von uns ein erhebliches Maß an Konzentration und Vorsicht, denn ersten war das Wetter schlecht und zweitens wir für dieses Jahr zum ersten Mal in den Bergen.
Leider blieb uns das schlechte Wetter bis zum Ende des Tourtages treu. Wodurch sich die Überquerung des von mir mit so vielen Wünschen und Vorstellungen bedachten Timmelsjoch doch eher als Arbeit heraustellte. Von Oetz aus folgen wir der Straße Richtung Sölden, die im Talboden verlaufende geradlinige Straße gewinnt nur langsam an Höhe und nur selten unterbrechen Kehrengruppe diese Monotonie. Leider ist es so, das die Österreicher es geschafft haben bis ca. in die Höhe von 1900m die Strecke wie eine Autobahn auszubauen.. von da an folgt man ein paar Kehren um die Mautstelle (2171m) bei Hochgurgl zu erreichen. Nach der Mautstelle werde ich von einer Abfahrt überrascht die jedoch nur von kurzer Dauer ist und über ein paar geschwungene Kehren erreichen wir die Passhöhe. Nach einem kurzen Stop für ein Foto nehmen wir die Abfahrt in Passeiertal in Angriff. Die Ostrampe ist fahrerisch weit aus schöner aber auch anstrengender, die Straße bricht teilweise stark ab, enge Kehren und unbeleuchtete Tunnels erfordern von uns viel Balancegefühl mit Gas und Bremse. Gut 1800m tiefer und 27 Streckenkilometer später beschließen wir den heutigen Tag zu beenden und suchen uns i St. Leonhard eine Unterkunft. Nach einer ausgiebigen Dusche widmen mir uns der Essensuche und lassen den Tag bei Wein und Wasser ausklingen.
Der 2 Tag beginnt leider so wieder der 1 Tag war im Regen (siehe Foto) und so neben wir mit gemischten Gefühlen die Auffahrt zum Jaufenpass in Angriff. Nicht nur die 10 teil kurzweiligen Kehren sondern auch die unebene und mit Schlaglöchern übersäte Straße sowie der vorhandene Nebel rauben uns den landschaftlichen und fahrerischen Spaß doch leider sehr stark. So können wir von dem beschriebenen tollen Aussichten und Fahrspaß leider wenig berichten, als das wir hofften dem Regen und Nebel enfliehen zu können auf der mit 9 Kehren besetzten Abfahrt. Neben der Autobahn fahren wir mehr oder weniger schnell nach Brixen um den 2 Paß in Angriff zu nehmen und zu unserer Freude ist die Straße endlich trocken und wir können wie gehofft am Gashahn drehen und es kommt sowas wie Freude am Fahren auf. Der Würzjoch selber ist eine schöne kleine Bergstraße welche sich 46km lang hinzieht. Für uns Motorradfahrer deshalb zu empfehlen da selten viel Verkehr vorzufinden ist. Über Untermoi, St. Martin in Thurn machen wir uns auf den Weg in die felsenreichen Dolomiten.
Das Grödner Joch ist der erste Paß in unserer Sellarunde und wir nehmen die 10 km lange Ostrampe mit seinen gemauerten Kehren welche durchaus sehenswert sind. Leider hatten wir wieder schlechtes Wetter wodurch wir vom Ausblick auf den Langkofelmassiv nur wenig zu sehen bekommen. Die 6km Abfahrt zur Straßenkreuzung bis zur Auffahrt zum Sellajoch weist nur wenige Kurven auf. Das Sellajoch ist der beginn des schönsten Abschnitts unseres heutigen Tages und dies hatte nich nur damit zu tun, das wir ab dem Sellajoch schönes Wetter hatten sondern auch mit dem nicht enden wollenden Kehren und Kurven. Allein das Pordoijoch weisst mit Auf- und Abfahrt ca. 50Kehren ab Stück auf, welche jedoch schön angelegt sind so das man sich nicht rumschleichen muss sondern gut durchfahren. kann.
Jetzt steigert sich unser Gefühl von Kurve zu Kurve und wir fahren über eine kleine Nebenstraße über Digonera nach Rocca Pietore um den letzten Paß für heute in Angriff zu nehmen. Im Gegensatz zu vielen Beschreibungen finden wir eine fast leere unbefahrene Straße vor welche uns ein kurzes, aber äußerst intensives Serpentinenerlebnis bescherrt. Die Abfahrt nach Penia unserem heutigen Endpunkt verläuft über eine Straße mit ruhigen, weiten Bögen auf. Wie eine große Murmelbahn durchzieht die Fahrbahn die beinahe senkrechte Felswand. Will man sich das ewige Eis der Marmolada genauer ansehen, kommt man am Fedaia nicht vorbei
Der 3 Tag begrüsst uns mit Sonnenschein und unser Herz blüht auf, wir starten mit dem Karerpaß welcher leider aufgrund seiner wenigen Kurven sehr stark befahren war, dadurch er für mich als hässlich in Erinnerung geblieben ist. Die Überfahrt zum Nigersattel ließ jedoch sogleich das entstandene Bild vergessen und über zalreiche kleinere Kurven und Steigungen kommt der Fahrspaß zurück, der Sattel ist wenig befahren und so kann man sich mit voller Konzentration der Straße widmen. Bozen lassen wir im warsten Sinne des Wortes links liegen und wir nehmen über den Hausberg von Bozen (Ritten) den Weg zum Penserjoch in Angriff. Die "umleitung" über Ritten muss man mindestens einmal gefahren sein. Die Strasse ist gut ausgebaut mit exzellentem Fahrbahnbelag und weit geschwungenen und übersichtlichen Kurven. Wir haben selten so eine tolle Motorradstrecke erlebt.
Kurz vor der Ortseinfahrt nach Klobenstein biegt man links ab über einen Bahnübergang ab. (wir sind beim ersten Mal gleich vorbeigefahren). Diese Abzweigung ist leicht zu verfehlen, also aufgepasst. Diese Strecke führt einen dann über die Kuppe entlang einer relativ schmalen, aber gut befestigten Strasse hinüber inís Sarntal. Man fährt zwischen Almen und etlichen Bauernhöfen hindurch bis hinter die Kuppe, wo die Strasse dann in sehr engen und unendlichen Serpentinen hinab inís Sarntal führt. Wir sind zwar nur 12km nördlich von Bozen aber haben sicher 1Stunde Motorradspaß pur vorgefunden. Am Ende des Sarntales biegt die Paßstrasse in einer leichten Rechtskurve inís Pensertal ab und gewinnt nun oberhalb der Baumgrenze zügig an Höhe. Der Belag ist bombig, die Kurven übersichtlich und selbst die Kehren sind zügig zu fahren. Fahrspass pur. Oben am Pass machen wir kurz Mittag und geniessen den hervorragenden Rundumblick zurück inís Pensertal und gegenüber hinein inís Eisacktal. Von der Passhöhe hinab nach Sterzing führt die Strasse grösstenteils durch Wald. Von Sterzing geht es über die alte Brennerstraße zurück nach Österreich und Richtung Deutschland. Von hier ab ist es Rückfahrt auch als solche zu betrachten, das heisst nur möglichst schnell viele Kilometer unter die Reifen bekommen und nach Hause zu kommen.
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